Die Taufe

Ein neuer Erdenbürger hat das Licht der Welt erblickt!

Alle freuen sich, vor allem die Eltern und Paten.

So soll dieser neue Erdenbürger auch den Segen Gottes bekommen und im christlichen Glauben erzogen werden.

Die Taufe ist die festliche Aufnahme eines Menschen in die christliche Gemeinde. Im Taufgottesdienst gießt dabei die Pfarrerin oder der Pfarrer einige Tropfen Wasser über den Kopf des Täuflings. Das Ritual geht zurück auf die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer, die in der Bibel geschildert wird. Die Taufe ist ein Sakrament, das alle Christen miteinander verbindet. Sie ist im Leben eines Menschen einmalig und unwiderruflich.

Wenn ihr euer Kind durch mich Taufen lassen wollt, würde ich mich sehr über Eure Anfrage freuen.

Euer Prädikant Kai-Uwe Richter

Nützliche Infos zur Vorbereitung auf die Taufe

Die Geburt eines Kindes ist ein Geschenk Gottes. Eltern antworten darauf, indem sie ihr Kind taufen lassen. Mit der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen.

Gott spricht den kleinen Kindern in der Taufe seine Liebe und seinen Segen zu. Ganz unabhängig davon, wie diese sich verhalten. Eltern und Paten haben die besondere Aufgabe, stellvertretend für die Kinder den Glauben zu bezeugen. Sie erzählen ihnen von ihrem eigenen christlichen Glauben, aber auch von ihren Zweifeln. Mit der Konfirmation bekräftigen die Jugendlichen später selbst ihr Ja zum Glauben an Jesus Christus.

 

Der grundlegendste Unterschied zwischen dem katholischen Taufgottesdienst und dem in der evangelischen Kirche ist der, dass in letzterer grundsätzlich weniger Zeichen und Symbole zum Einsatz kommen. Der evangelische Glaube geht davon aus, dass die Worte und Handlungen an sich schon aussagekräftig genug sind und nicht noch zusätzlich symbolisch untermauert werden müssen, wie es in der katholischen Kirche beispielsweise durch die erklärenden Riten am Ende der Taufhandlung geschieht.

Ablauf einer Taufe

Die evangelische Taufe: Eröffnung und Anrufung

Zu Beginn des Gottesdienstes werden alle Anwesenden offiziell mit dem Grund der Zusammenkunft bekannt gemacht und so der Gottesdienst eingeleitet. Auch wird das Anliegen der Gemeinde. In diesem Fall die Aufnahme des Kindes in die christliche Gemeinschaft durch die Taufe, vor Gott gebracht. Das kann zum Beispiel durch die folgenden Schritte geschehen:

Erstes Lied: Durch ein erstes Lied, das Ihr selbst ausgesucht habt, könnt Ihr jedem der Gäste die besondere Bedeutung dieses Tages auf einfache Weise zugänglich machen. Ein Lied, dessen Text zur Taufe passt, stimmt die Anwesenden auf das kommende Ereignis ein. Außerdem ist es möglich, mithilfe des ersten Liedes das Gemeinschaftsgefühl der Anwesenden zu stärken. Um dies zu erreichen eignen sich besonders sogenannte Wir-Lieder, die textlich die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft betonen. Euer Pastor kann Euch hier sicher ein paar schöne Vorschläge machen.

Begrüßung mit Taufankündigung: Ich begrüße die Gemeinde und erkläre noch einmal deutlich, warum man sich an diesem Tag zusammengefunden hat, nämlich, um Euer Kind zu taufen. Damit wird nicht nur vor den restlichen Gemeindemitgliedern, sondern auch vor Gott erklärt, dass die Taufe aus Überzeugung vollzogen wird.

Liturgische Grußformel: Auch in der evangelischen Kirche steht zu Anfang des Gottesdienstes die liturgische Grußformel. Sie besteht aus einem Teil des Taufbefehls Jesu, durch den er seine Jünger anwies, die Menschheit „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ zu taufen. Durch diese formelhafte Begrüßung spreche nicht nur ich der Gemeinde den Segen aus („Der Herr sei mit euch“), sondern im Gegenzug wird auch er von den Gemeindemitgliedern mit einem Segen bedacht („Und mit deinem Geiste“). So wird nachdrücklich die Verbindung aller Anwesenden zueinander sowie zu Gott betont.

Gebet: Das gemeinsame Gebet soll dazu dienen, die Gemeinschaft der Anwesenden zu stärken und sowohl ihre Wünsche, als auch ihre Ängste und Sorgen anzusprechen. Die Gemeinde erbittet so den Beistand Gottes sowohl in schwierigen Lebenssituationen, als auch seine Teilhabe an allen schönen Momenten.

Lied: Zum Abschluss der Eingangsphase des Taufgottesdienstes kann abermals ein Lied gesungen werden. Wenn Ihr hier das gleiche Lied wählt, wie zu Anfang, und einfach andere Strophen singt, könnt Ihr den ersten Teil der Zeremonie gewissermaßen einrahmen.

Verkündigung bei der evangelischen Taufe

In der zweiten Phase des Gottesdienstes soll das Wort im Mittelpunkt stehen. Dazu können sowohl biblische als auch nicht-biblische Texte vorgetragen werden, die den besonderen Anlass unterstreichen und durch die zum Ausdruck kommt, welche Hoffnungen Ihr in die Taufe setzt und welche Wünsche ihr für die Zukunft Eures Kindes habt.

Lesung: Die Lesungen während des evangelischen Taufgottesdienstes können relativ frei gestaltet werden und geben Euch als Eltern oder Paten somit die Möglichkeit, Eure persönlichen Gedanken und Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Neben Textstellen aus der Bibel können auch nicht-biblische Texte vorgetragen werden, die für Euch und das Leben Eures Kindes eine besondere Bedeutung haben. Die Frage, ob Euer Vortrag vor oder nach der Predigt gehalten werden soll, könnt Ihr im Vorgespräch mit mir klären.

Predigt: Die Ausgestaltung der Predigt hängt sehr stark von Euren persönlichen Wünschen ab. Ich nutze die Predigt, um den Taufspruch, der sozusagen als Motto über der Taufe Eures Kindes steht, in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken. Ich lege den Taufspruch in Bezug auf das Leben des Täuflings sowie aller anderen Anwesenden aus, um dessen tiefe Bedeutung ganz deutlich zu machen.

Die Predigt bei der evangelischen Taufe kann allerdings auch anders ausfallen. Ich kann beispielsweise auch einen Bibeltext vortragen, der zum Taufspruch passt, sofern dies nicht schon von Euch selbst getan wurde. Vor allem wenn viele Kinder im Gottesdienst anwesend sind, ist es außerdem möglich, einen Text aus der Bibel nachzuerzählen, um den Zugang zur Thematik zu erleichtern. Der Geistliche wird Eure Wünsche in jedem Fall berücksichtigen und die eigenen Vorstellungen der Situation anpassen.

Spende des Sakraments

Im dritten Abschnitt des Taufgottesdienstes wird die eigentliche Taufe vollzogen. Neben der konkreten Taufhandlung gehören dazu in der evangelischen Kirche noch einige andere Punkte.

Verlesung des Taufbefehls: Wie auch in der katholischen Kirche ist der biblische Taufbefehl aus dem Matthäusevangelium ein fester Bestandteil des Taufgottesdienstes. Durch ihn wird verdeutlicht, dass die Taufe im direkten Auftrag Jesu Christi gespendet wird. Eltern und Paten wird durch den Taufbefehl noch einmal ihre Verantwortung gegenüber dem Täufling und Gott verdeutlicht.

Kurze Taufansprache: An dieser Stelle habt Ihr als Eltern die Möglichkeit, einige Worte an die Gemeinde zu richten. So könnt Ihr dem Fest eine persönliche Note verleihen und Eure aktive Teilhabe am Geschehen demonstrieren.

Glaubensbekenntnis: Das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis verleiht nicht nur Eurem eigenen Glauben Ausdruck. Ihr sprecht es stellvertretend auch für Euer Kind, das sich noch nicht selbst zum Glauben an Gott bekennen kann. Da in der christlichen Kirche niemand gegen seinen ausdrücklichen Willen getauft wird, ist diese Erklärung im Namen Eures Kindes unbedingte Voraussetzung, damit es getauft werden kann.

Tauffrage: Vor oder nach dem Glaubensbekenntnis stelle ich Euch und den Paten die sogenannte Tauffrage. Der offizielle Text lautet folgendermaßen:

P: „Liebe Eltern, Patinnen und Paten, ihr habt gehört, was Gott in der Taufe schenkt und was diese Gabe für alle Getauften bedeutet. So frage ich euch: Wollt ihr, dass euer Kind getauft wird, so antwortet mit: Ja.“

Eltern und Paten: „Ja.“

P: „Wollt ihr euer Kind als Gottes Geschenk annehmen? Wollt ihr eurem Kind helfen, im Glauben an Gott Kraft für das Leben zu finden, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.“

Eltern und Paten: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Zusätzlich zu dieser offiziellen Formulierung habt Ihr nun auch die Möglichkeit, noch einmal mit eigenen Worten zu äußern, warum Euch die Taufe Eures Kindes wichtig ist.

Weitere Punkte der evangelischen Taufe

Taufhandlung: Bei der eigentlichen Taufhandlung wird der Kopf des Täuflings über dem Taufbecken dreimal mit Wasser übergossen. Gleichzeitig spreche ich, nach der Nennung des Kindsnamen, folgenden Text: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Entzünden der Taufkerze: Obwohl die evangelische Kirche weitgehend auf den Einsatz von Symbolen verzichtet, ist es auch hier in vielen Gemeinden üblich, nach der Wassertaufe die Taufkerze zu entzünden. Sie steht für das Licht Gottes, die den Täufling von nun an auf allen seinen Wegen begleiten soll.

Segnung der Eltern und Paten: Die Segnung der Eltern und Paten ist meist ein fester Bestandteil der evangelischen Zeremonie. Sie soll Hoffnung und Kraft spenden, die den Gesegneten dabei helfen soll, ihrer zukünftigen Aufgabe gerecht werden zu können.

Taufgebet: Durch ein gemeinsames Gebet können alle Anwesenden dem Täufling ihre guten Wünsche mit auf den Weg geben.

Tauflied: Als Abschluss der Taufhandlung wird häufig ein Dank- oder Segenslied ausgewählt.

Sendung und Segen bei der evangelischen Taufe

Bevor der Gottesdienst endet, erbitten die Gemeindemitglieder gemeinsam mit mir den Segen Gottes für sich selbst und andere.

Fürbitten: Die Fürbitten bieten eine schöne Gelegenheit, Verwandte oder Freunde in die Gestaltung der Zeremonie mit einzubeziehen. Ihr könnt sie frühzeitig an Eure Festgäste verteilen, so dass sie dann im Wechsel von mehreren Personen vorgetragen werden können. Die Fürbitten schließen in der Regel nicht nur die Familie des Täuflings sowie andere nahestehende Personen ein, sondern erbitten Gottes Segen auch für Notleidende.

 

Ihr könnt darüber nachdenken, zum Abschluss des Gottesdienstes das Vaterunser zu sprechen. Es betont noch einmal die Zusammengehörigkeit der einzelnen Gemeindemitglieder, zu denen nun auch Euer frisch getauftes Kind gehört. Solltet Ihr euch dagegen entscheiden, bildet der Segenswunsch des Geistlichen für die versammelte Gemeinde den alleinigen Abschluss des Taufgottesdienstes.

Mehr zum Thema findet Sie auf den Seiten der EKD. Hier der Link

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